Solare Biotechnologien für die Pharmaindustrie von morgen

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Solare Biotechnologien

Das Hankamer Lab der University of Queensland nutzt die Fähigkeit von Grünalgen, Sonnenenergie und Kohlendioxid zu absorbieren, um Gesundheits- und Umweltprobleme anzugehen.

IIn den nächsten 30 Jahren wird die Welt 70 % mehr Nahrungsmittel produzieren müssen als 2005, 50 % mehr Frischwasser und Kraftstoffe, während gleichzeitig die CO₂-Emissionen um 100 % gesenkt werden müssen – das eröffnet eine große Chance, großflächige solare Biotechnologien auf Landflächen auszuweiten und Ozean, der sonst unproduktiv wäre.

Professor Ben Hankamer und sein Team am Institute for Molecular Bioscience der University of Queensland nutzen die natürliche Fähigkeit von Grünalgen, Sonnenenergie und Kohlendioxid zu absorbieren, um Moleküle zu produzieren, die der Schlüssel zur Bewältigung einiger der Gesundheits- und Umweltprobleme der Welt sein könnten.

„Trotz ihrer geringen Größe haben Mikroalgen gezeigt, dass sie eine große Wirkung haben können“, sagte Professor Hankamer. „Wir haben Algenstämme so entwickelt, dass sie Moleküle produzieren, die neue Diagnosen und Behandlungen für Erkrankungen wie Schlaganfall und Epilepsie, Entzündungen und bakterielle Infektionen liefern – und dabei die Kraft der Sonne nutzen und gleichzeitig den industriellen Kohlenstoffausstoß reduzieren.“

Warum Medikamente in Algen herstellen?

Einzellige Grünalgen haben viele Vorteile für die medizinische Forschung und Anwendung, stellt er fest. „Sie können in kostengünstigen Bioreaktoren in großem Maßstab hergestellt werden, um die Medikamente der Zukunft erschwinglicher und für mehr Patienten zugänglich zu machen. Algenbioreaktoren lassen sich leichter frei von Verunreinigungen halten, was die Endprodukte sicherer und kostengünstiger macht.“

Algen können auch dazu beitragen, komplexe Medikamente und Diagnostika wie monoklonale Antikörper, zum Beispiel für COVID-Tests, zusammenzustellen, deren Herstellung sich in traditionellen pharmazeutischen Systemen als schwierig und teuer erwiesen hat.

Die menschliche Gesundheit ist auch eng mit der Umweltgesundheit verbunden. Professor Hankamer warnt davor, bei der Bewältigung der Klimakrise keine Zeit zu verlieren. „Der Weltklimarat hat berichtet, dass wir jetzt mit einem roten Code für die Menschheit konfrontiert sind. Jetzt ist es mehr denn je an der Zeit, dafür zu sorgen, dass die Welt Wissen nutzt, um belastbare Entscheidungen für die menschliche und planetare Gesundheit zu treffen“, sagt er.

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